Claudine ist 20 Jahre alt und Mutter. Nachdem sie infolge einer Gewalttat schwanger wurde, erlitt sie ein tiefes Trauma. Wie viele junge Frauen in Ruanda wurde sie von ihrer Familie verstoßen und aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, ohne jede wirtschaftliche oder soziale Unterstützung. 

In Ruanda ist mehr als jede fünfte Frau im Laufe ihres Lebens von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen, und fast jede zehnte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren wird früh schwanger. Viele dieser jungen Mütter werden stigmatisiert, verlassen und in eine Situation extremer Verwundbarkeit gedrängt. In einem Land, in dem 46 % der Bevölkerung von weniger als 1,90 Dollar am Tag leben, erschweren fehlende Bildung, berufliche Perspektiven und tragfähige Netzwerke den Ausweg aus diesem Kreislauf erheblich. 

Claudine wollte ihr Leben verändern, wusste jedoch nicht, wo sie anfangen sollte. In diesem Moment traf sie auf ActionAid. 

Durch das Projekt für junge Mütter konnte Claudine an einem Ausbildungskurs im Schneiderhandwerk teilnehmen, dabei konkrete Fähigkeiten erwerben, um sich eine andere Zukunft aufzubauen. Nach Abschluss der Ausbildung erhielt sie außerdem ein Startpaket: eine Nähmaschine und zwei Ziegen, unverzichtbare Mittel, um ein eigenes kleines Geschäft aufzubauen und Einkommen zu erzielen. 

„Dank der Unterstützung von ActionAid habe ich Fähigkeiten und Ressourcen erhalten, die mein Leben verändert haben. Nach dem Ausbildungskurs im Schneiderhandwerk habe ich eine Nähmaschine und Ziegen erhalten, die es mir ermöglicht haben, ein kleines Geschäft auf dem Markt meines Viertels aufzubauen. Heute verdiene ich genug, um mich und meinen Sohn zu versorgen.“ 

Heute betreibt Claudine ein kleines eigenes Geschäft in der Nähe des Marktes und erzielt ein eigenes Einkommen, mit dem sie sich und ihren Sohn unterstützt. Außerdem hat sie ein Zertifikat erhalten, das ihr künftig ermöglicht, ihre Ausbildung fortzusetzen und sich weiter zu spezialisieren. 

Ihr Weg war nicht nur wirtschaftlicher Natur. Claudine wurde Teil der Spargruppe Twitezimbere, wo sie gemeinsam mit anderen Frauen spart, Zugang zu Kleinkrediten hat und an landwirtschaftlichen Aktivitäten teilnimmt. Das hat ihr nicht nur geholfen, ihre finanzielle Situation zu verbessern, sondern auch wieder ein Gefühl von Zugehörigkeit und Unterstützung zu finden. 

ActionAid unterstützte die Gruppe zudem durch die Bereitstellung von 200 kg Kartoffelsaatgut und stärkte so die Ernährungssicherheit sowie die Einkommensmöglichkeiten trotz der Herausforderungen durch den Klimawandel. Außerdem eröffnete die Gruppe ein Konto bei einer Gemeinschaftsbank, was den Zugang zu Finanzdienstleistungen erleichtert und eine sicherere Verwaltung der Mittel ermöglicht. 

Dank dieser Möglichkeiten begann Claudine, ihr Leben neu aufzubauen. Die Ziegen, die sie erhalten hat, haben sich vermehrt und ihr so ermöglicht, ihr Einkommen zu diversifizieren. Ihr wirtschaftlicher Beitrag hat auch das Verhältnis zu ihrer Familie verbessert und dazu beigetragen, Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen. 

Parallel dazu trägt ActionAid dazu bei, Gemeinschaften für die Rechte von Überlebenden von Gewalt zu sensibilisieren und die Bedeutung inklusiver und solidarischer Strukturen zu stärken, und wirkt so Stigmatisierung und geschlechtsspezifischen Ungleichheiten entgegen. 

Heute blickt Claudine mit Zuversicht in die Zukunft. Sie möchte ihre Ausbildung im Schneiderhandwerk fortsetzen, um sich und ihrem Sohn ein stabiles und würdiges Leben aufzubauen. 

Ihre Geschichte zeigt, dass es mit den richtigen Chancen und der richtigen Unterstützung möglich ist, den Kreislauf von Armut und Diskriminierung zu durchbrechen. 

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Photocredits: Emmanuel Mugiraneza