Ruanda ist als das „Land der tausend Hügel“ bekannt – ein üppig grünes Land im Herzen Afrikas. Gerade diese Hügel wurden vor mehr als 30 Jahren Zeugen einer der größten Fluchtbewegungen der Geschichte und boten Tausenden Geflüchteten Zuflucht.

Deshalb ist Ruanda heute auch ein junges Land, in dem das Durchschnittsalter bei rund 20 Jahren liegt und Frauen die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Der Völkermord von 1994 vernichtete eine ganze Generation von Männern und hinterließ Tausende Waisen, die ihre jüngeren Geschwister großziehen mussten.

Vor allem die Frauen haben das soziale und wirtschaftliche Leben des Landes wiederaufgebaut und dem Land ermöglicht, neu anzufangen. Deshalb stehen sie im Mittelpunkt unserer Arbeit und eines Anliegens, das für uns von zentraler Bedeutung ist: die Gleichstellung der Geschlechter.

Wir sind überzeugt: Wo Frauen respektiert werden, verliert Gewalt an Kraft. Gemeinschaften, die die Rolle von Frauen im Familienleben und im gesellschaftlichen Miteinander anerkennen, haben bessere Chancen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und Wohlstand sowie Stabilität zu erreichen.

Im Distrikt Ngororero setzen wir verschiedene Projekte um, die darauf abzielen, Frauen selbstbestimmter, freier und stärker zu machen.

  • Gemeinsam haben wir Wasserzisternen gebaut, sodass Frauen keine langen Wege mehr zu Wasserstellen zurücklegen müssen und dadurch weniger Gefahr laufen, unterwegs Gewalt zu erfahren.
  • Wir haben Kindertagesstätten für ihre Kinder geschaffen, damit sie ohne Sorgen arbeiten können.
  • Außerdem haben wir Hunderte energieeffiziente Kochöfen verteilt, damit sie weniger Zeit für die Beschaffung von Brennmaterial aufwenden müssen und ihre Hausarbeit erleichtert wird.
  • Darüber hinaus haben wir Nutztiere bereitgestellt, die Milch liefern und dazu beitragen, die Felder durch natürlichen Dünger ertragreicher zu machen.

Wir haben auch Paare in schwierigen Situationen dabei unterstützt, ihre Ehe offiziell registrieren zu lassen. Besonders in ländlichen Gemeinden kommt es häufig vor, dass Ehen nur traditionell oder religiös geschlossen werden und keine staatliche Anerkennung besitzen. Die rechtliche Anerkennung der Ehe hat weitreichende Folgen: Sie sichert Frauen insbesondere den Zugang zu Eigentumsrechten, etwa beim Besitz von Land oder dessen Vererbung.

 

In Ruanda bieten wir außerdem:

  • 3 Zentren für die frühkindliche Betreuung renoviert und 4 neue Klassenräume gebaut. Außerdem haben wir einen Basketballplatz gebaut, der mehr als 4.600 jungen Menschen die Möglichkeit bietet, Sport zu treiben und soziale Kontakte zu knüpfen.
  • 90 jugendliche Mütter zu sexueller Aufklärung und Frauenrechten geschult. Heute wissen sie, wie sie sich schützen und Betroffene von Gewalt unterstützen können.
  • 600 Menschen zu Umweltthemen und Katastrophenvorsorge geschult.
  • eine Schulkantine an der Schule von Nyarutove gebaut und ausgestattet, die täglich rund 2.000 Schülerinnen und Schüler mit einer warmen Mahlzeit versorgt und so zu einem regelmäßigeren Schulbesuch beiträgt.
Photocredits: ActionAid Rwanda