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Stoppen Sie Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt

Ein Schritt in die richtige Richtung!

Gute Nachrichten zu den Themen Rechte und Arbeit:  Am 21. Juni verabschiedete die in Genf ansässige ILO (Internationale Arbeitsorganisation) ein neues Übereinkommen zur Bekämpfung von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz, das von einer Empfehlung begleitet wird. Die Verabschiedung des Übereinkommens wurde als "historische Leistung" bezeichnet, der ein ernsthaftes Engagement der Unterzeichnerstaaten folgen muss.

Die Bestimmungen der beiden Texte erkennen an, dass Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz inakzeptabel sind und für körperliche und psychische Verletzungen sowie für negative wirtschaftliche Folgen in der gesamten Gesellschaft verantwortlich sind.  

ActionAid, das bei der Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz seit langem an vorderster Front steht, begrüßt die Verabschiedung eines Textes, der in die richtige Richtung geht, indem er Gewalt verurteilt und Normen zum Schutz der Arbeitnehmer setzt, unabhängig von ihrem vertraglichen System (das Übereinkommen gilt für Mitarbeiter aller vertraglicher und nicht vertraglicher Kategorien, wie für Praktikanten, Auszubildende, Volontäre und Arbeitssuchende).

Die Dimensionen des Phänomens

Die Zahlen sind alarmierend und deuten auf den langen Weg hin, der seit Inkrafttreten dieser Bestimmungen in der Praxis zu beschreiten ist: Denken Sie daran, dass es in 59 Ländern noch keine Gesetze gibt, die Gewalt oder Belästigung am Arbeitsplatz verurteilen, ein Übel, von dem bis zu jede dritte Frau betroffen ist.

In Bangladesch zum Beispiel, einem Land, das noch keine klaren Gesetze in diesem Bereich hat und in dem es viele Industriezweige gibt, die den westlichen Markt bedienen, ist ActionAid präsent und arbeitet mit Frauen und Männern zusammen, um ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern.   Eine Umfrage unter 200 Textilarbeitern (davon 181 Frauen), die in Unternehmen der Hauptstadt Dhaka beschäftigt sind, ergab schockierende Ergebnisse: 80% der Befragten sahen oder erlebten diese Gewalt selbst.

Zweifellos spiegeln sich die verheerenden Folgen dieser Ereignisse für die Opfer in der gesamten Gesellschaft wider. Die Verabschiedung dieses Abkommens ist daher von entscheidender Bedeutung, doch muss ihr die rechtzeitige Ratifizierung durch die Unterzeichnerstaaten und vor allem konkrete Umsetzungsstrategien folgen, um den Text des Abkommens in Kraft zu setzen.

Das Engagement von ActionAid

ActionAid engagiert sich seit Jahren mit seinen Sensibilisierungskampagnen und seiner ständigen Arbeit vor Ort, damit die Staaten mit einer spezifischen und strengen Gesetzgebung reagieren, die die Gewaltfälle verurteilt, unter denen Millionen von Arbeitnehmern schweigend leiden müssen.

Am Vorabend der Genfer Konferenz, die die Konvention verabschiedete, veröffentlichte ActionAid eine Studie, die von YouGov für ActionAid durchgeführt wurde. Es handelt sich um eine Online-Umfrage unter rund 7.000 Erwachsenen in Großbritannien, Australien, Schweden, den USA, Irland und den Niederlanden. Die Mehrheit der Befragten (61%) ist der Ansicht, dass es in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in Bangladesch in der Verantwortung der Regierungen (22%) und der westlichen Unternehmen liegt, die dort ihre Tochtergesellschaften gründen (39%), menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

Farah Kabir, Landespräsident von ActionAid Bangladesch sagt: „Viele Bekleidungshersteller unternehmen wichtige Schritte zur Verbesserung der Gebäudesicherheit. Jetzt ist es an der Zeit, die geschlechtsspezifische Gewalt anzugehen, die für viele der Frauen, die unsere Kleidung herstellen, noch immer eine tägliche Realität ist“.


ActionAid beabsichtigt, zum laufenden Wandel beizutragen, indem es an zwei Fronten tätig wird: den Schwächsten und am stärksten Ausgegrenzten eine Stimme zu geben und die Interessengruppen und nationalen Gesetzgeber dazu zu bewegen, die innovativsten international vereinbarten Empfehlungen zu Rechten und Arbeitsbedingungen in die Tat umzusetzen und anzuwenden.  

 

Wenn Sie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz beitragen möchten, klicken Sie hier.

Weitere Informationen zu diesem Bericht erhalten Sie von Jenna Pudelek, Pressebüro von ActionAid, unter der E-Mail-Adresse jenna.pudelek@actionaid.org